Das Ausbildungsangebot im Bereich der Informatik ist ausser-
ordentlich breit und reicht von Anwenderkursen für bestimmte Standard-programme (z.B. Textverarbeitung) über Weiter-
bildungsmöglichkeiten verschiedenster Art bis zu einem Hochschulstudium als Informatik-ingenieur. Daher werden hier die Ausbildungsangebote nach Zielgruppen (Informatikanwender/ Informatikfachleute) gegliedert.
1. Grundausbildung für zukünftige Informatikanwender
Eine Grundausbildung für Informatikanwender erfolgt heute spätestens in den höheren allgemein bildenden Schulen (Gymnasium, Diplommittelschule) oder in den Berufsschulen in einer dem Schultyp angemessenen Form. Immer mehr findet eine Grundausbildung aber auch schon in der Volksschule statt.
Zur Grundausbildung gehört der Umgang mit einem PC und den wichtigsten Standardprogrammen, also Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, einfache Graphik- und Datenverwaltungs-
programme, dazu die Informationsbeschaffung mittels Internet/WWW; Wissen, das heute in allen höheren Ausbildungen und in vielen Berufen als Grundlage verlangt wird. Wer diese Informatik-Grundausbildung früher verpasst hat, kann dies in verschiedensten Kursen nachholen und auch nachträglich entsprechende Zertifikate erwerben.
Für junge Menschen, die sich für einen zukunftsorientierten und anspruchsvollen Beruf interessieren, bietet die Informatik zunehmend attraktive Möglichkeiten und zwar mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Ausbildungswegen. Wer vor der Berufswahl oder einem Schulentscheid steht, muss sich vorerst einmal für einen der beiden Wege des schweizerischen Ausbildungssystems entscheiden (siehe Ausbildungssystem), also über eine Informatik-Berufslehre oder über eine Mittelschule (Gymnasium) mit Maturität und anschliessendem Informatikstudium an einer Uni oder ETH oder auch an einer Fachhochschule mit Praktikumsjahr.
2. Berufslehre als Informatiker oder Informatikerin
Erst seit 1993 gibt es in der Schweiz die vierjährige Berufslehre als Informatiker/Informatikerin. Die Nachfrage nach Lehrstellen hat seither dramatisch zugenommen, dank starker Förderung jetzt aber auch das Lehrstellenangebot.
3. Studiengänge an Fachhochschulen und Technikerschulen
Nach der Berufslehre können entsprechend qualifizierte Absolventen (Berufsmatur) an einer Fachhochschule oder an einer Technikerschule Informatik studieren, oder nach einiger Praxis und Schulung eine Berufsprüfung und eine höhere Fachprüfung ablegen (siehe Ausbildungssystem).
4. Studiengänge an Universitäten und ETH
Nach der Matura an einem Gymnasium stehen an Universitäten und beiden ETH Studiengänge in Informatik und Wirtschaftsinformatik offen.
5. Studiengänge an Spezialschulen
Eine Vielzahl von Spezialschulen helfen nicht nur beim Erwerb des Grundwissens, sondern vermitteln insbesondere Spezialwissen über bestimmte Gebiete der Informatik, sowie über bestimmte Systeme und Produkte. Eine angemessene Informatikausbildung mit formellem Abschluss (Zertifikat) wird auch für "blosse Anwender" immer wichtiger. Arbeitgeber legen zunehmend Wert auf anerkannte Zeugnisse in diesem Bereich. Das ist besonders für Arbeitnehmer wichtig, die noch keine einschlägige Ausbildung erhalten haben.
6. Quereinstieg in die Informatik
Von den heutigen Fachleuten der Informatikbranche ist noch immer der Grossteil über andere Erstberufe zur Informatik gestossen. Obwohl die Zahl der Berufstätigen mit einer echten Informatik-
erstausbildung kräftig ansteigt, bleibt das Umsteigen in die Informatik noch auf viele Jahre hinaus ein attraktiver Karriereweg, da die Nachfrage nach Informatikern den verfügbaren Nachwuchs übersteigt.
Wer beruflich mit Informatik und Informatikanwendungen zu tun hat, muss sich immer wieder mit neuen technischen und praktischen Entwicklungen auf diesem dynamischen Gebiet auseinandersetzen. Daher ist eine regelmässige Weiterbildung wichtig. Das können einzelne Kurstage sein oder aber ganze Weiterbildungsprogramme samt höheren Fachprüfungen. Das Angebot ist vielseitig; wer sich darin nicht auskennt, holt sich am besten Rat bei den Personal-verantwortlichen des Arbeitgebers.
7. Weiterbildung mit formellem Abschluss
Weiterbildung mit formellen Abschluss ist auf verschiedenen Stufen möglich. Dazu gehört auf oberer Ebene die mehrjährige Vorbereitung auf Berufsprüfung und höhere Fachprüfung mit eidgenössischem Diplom. Dazu gehören aber auch Zertifikate mit wesentlich kürzerer Vorbereitungszeit.
8. Nachdiplomausbildungen
Universitäten/ETH und Fachhochschulen bieten vielfältige Weiterbildungsprogramme für Personen mit entsprechender Vorbildung an, wobei für manche Programme auch Praktiker ohne Hochschulausbildung zugelassen werden.
9. Fortbildungskurse von Spezialschulen und Fachverbänden
Das Angebot an Kursen ist im Bereich der Informatik sehr reichhaltig. öffentliche und private Schulen, aber auch Fachverbände (siehe Mitglieder von ICTswitzerland) und Seminarorganisatoren sind hier tätig.
10. Ausbildung der Ausbildner
Ein ausgesprochener Engpass besteht heute im Bereich der Lehrerausbildung.