Der Arbeitsmarkt für ICT-Fachkräfte hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Nach einem Hype (1994–2000) kennzeichnen nun Konsolidierung und Professionalisierung eine Beschäftigungssituation, in der hoch qualifizierte Kräfte nach wie vor dringend benötigt werden, auch wenn die Beschäftigungszuwächse in
der Kernbranche insgesamt verhalten – in Teilbereichen auch rückläufig sind. Mittelfristig bleibt die Lage am Arbeitsmarkt jedoch angespannt. Neue Konzepte in Schule, Hochschule und Weiterbildung sind erforderlich, um unser Bildungssystem international konkurrenzfähig zu machen und qualifizierten Nachwuchs auszubilden. ICTswitzerland trägt mit ihren Aktivitäten und Arbeitsmarkt-Analysen zur Orientierung für Unternehmen und Politik bei.
Die Informatik hat in den letzten Jahrzehnten eine ganze Menge neuer Berufe hervorgebracht, in denen heute allein in der Schweiz weit über 120'000 Menschen ihr Brot verdienen. Mit der technischen Entwicklung der Informatik und mit ihrem immer breiteren Einsatz haben sich diese Berufe aber auch immer wieder angepasst und spezialisiert, wie etwa folgende Berufsbezeichnungen zeigen: Anwendungsentwicklerin, PC-Supporter, Systemingenieur, Informatiklehrerin, Webmaster. Einen Eindruck über die heutige Vielfalt der Informatikberufe vermittelt schon ein kurzer Blick in die Stelleninserate einer Tageszeitung.
Angesichts dieser Vielfalt ist es allerdings für Aussenstehende oft nicht leicht, aus einer Informatik-Berufsbezeichnung zu entnehmen, welche Tätigkeiten, Qualifikationen und Ausbildungen im einzelnen damit verbunden sind. Daher haben verschiedene Fachverbände schon vor vielen Jahren eine gemeinsame Arbeitsgruppe "Informatikberufe" eingesetzt. Diese Arbeitsgruppe hat heute zwei Hauptaufgaben:
1. Beschreibung der Informatikberufe in enger Abstimmung mit den Bedürfnissen der Praxis. Das Ergebnis ist im Buchhandel erhältlich: Berufe der Wirtschaftsinformatik in der Schweiz
vdf Hochschulverlag Zürich, 5. Auflage 2000.
2. Salärumfrage: Ermittlung der real bezahlten Löhne für Informatikberufe in der Schweiz durch eine jährlich durchgeführte Salärumfrage bei einer grossen Zahl von Betrieben. Das Ergebnis dieser Salärumfrage wird durch SwissICT den teilnehmenden Betrieben sowie in einer standardisierten Auswertung seinen Mitgliedern und weiteren Interessierten zur Verfügung gestellt.
Die Erstausbildung zu Informatikberufen ist normalerweise recht breit orientiert; entsprechend weit gefasst ist die Berufsbezeichnung "Informatiker/in". Die Erstausbildung erfolgt entweder über eine Berufslehre mit anschliessenden Weiterbildungsmöglichkeiten oder über eine Mittelschule (Gymnasium) mit anschliessendem Hochschulstudium an Uni/ETH FHS (siehe auch Ausbildungssystem).
Die Spezialisierung folgt meist erst im Laufe der Berufstätigkeit und kann sich mit den Jahren noch stark verschieben. Auf jeden Fall ist in Informatikberufen die lebenslange Weiterbildung für den Berufserfolg und für die Zufriedenheit im Beruf von zentraler Bedeutung.
Selbstverständlich orientieren die öffentlichen (allgemeinen und akademischen) Berufsberatungsstellen auch über die Berufsmöglichkeiten im Rahmen der Informatik.
Quereinsteiger bilden vorerst (ca. 85%!) und noch auf viele Jahre hinaus die grosse Mehrheit aller berufstätigen Informatiker und Informatikerinnen. Anderweitig Berufstätige, die sich für einen Berufswechsel in Richtung Informatik interessieren, seien noch auf eine spezielle Berufsberatungsmöglichkeit hingewiesen. Wegen des grossen Mangels an Informatikern helfen die Personaldienste vieler Betriebe gerne bei der Planung einer Informatikberufslaufbahn und orientieren über entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten und Stellen. Wer ernsthaft einen Berufswechsel in die Informatik plant, sollte frühzeitig Kontakte mit möglichen künftigen Arbeitgebern aufnehmen und die notwendige Zusatzausbildung in Abstimmung mit diesen planen. So lassen sich Fehlinvestitionen und auch Enttäuschungen vermeiden. Auch wenn in der Informatik viele offene Stellen vorhanden sind, ist nicht jedermann für jede Stelle geeignet.
Wo sind offene Stellen? Darüber orientieren Zeitungsinserate und Stellenanzeiger (auch elektronische) sowie Stellenvermittler.
Buch "Berufe der ICT"
Im Buch "Berufe der ICT" wird jeder Beruf mit einer fein abgestimmten Beschreibung der dazu notwendigen Fachkenntnisse auf einer Doppelseite vorgestellt. Als Beispiel dient die Originalseite für den Beruf Business-Architekt im pdf-Format. Zudem beinhaltet das Buch detaillierte Angaben zur Berufslaufbahn und eine fundierte Beschreibung der vielfältigen in der Schweiz anerkannten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Details finden Sie unter http://www.swissict.ch/dl.html